Falklands - Der Web ans Ende der Welt

Die Reise auf die Falklandinseln war eine der prägendsten Erfahrungen meines fotografischen Werdegangs – und rückblickend der Ausgangspunkt für alles, was danach kam. Die Vorstellung, mehrere Monate an einem der abgelegensten Orte der Welt zu verbringen, faszinierte mich ebenso sehr, wie sie mir Respekt einflößte. Abgeschiedenheit, raue Natur, Unsicherheit. Doch genau dieser Ort versprach etwas, das ich bis dahin nur erahnte.

Die Anreise allein fühlte sich bereits wie ein Übergang in eine andere Welt an. Nur wenige Verbindungen führen auf die Falklandinseln, eine davon mit der Royal Air Force. Als junger Absolvent saß ich plötzlich in einem Militärflugzeug auf dem Weg ans Ende der Welt. Nach der Ankunft war es vor allem die Weite und Stille, die mich überwältigte: baumlose Landschaften, Seen, Wind und das Gefühl, dass die Zeit hier langsamer vergeht.

Nach einigen Tagen in Stanley ging es per Helikopter weiter nach New Island. Starke Winde verzögerten den Start, doch schließlich hoben wir ab. Nach turbulenten eineinhalb Stunden setzte ich Fuß auf meinen neuen Wohnort auf Zeit. Ab diesem Moment wurde die Insel mein Alltag. Ich arbeitete in einem Forschungsteam, half bei der Untersuchung von Pinguinkolonien, sammelte Daten zu Nahrung, Verhalten und Bruterfolg – mitten in einer Landschaft, die keine Fehler verzeiht.

Die Begegnungen mit den Tieren veränderten meinen Blick auf die Fotografie grundlegend. Pinguine kamen neugierig auf mich zu, Seelöwen lagen an stürmischen Stränden, Albatrosse segelten scheinbar mühelos durch den Wind. Hier wurde mir klar, dass es möglich ist, wilde Tiere zu fotografieren – nicht durch Kontrolle, sondern durch Geduld und Präsenz. Die Bilder, die hier entstanden sind, bilden bis heute das Fundament meiner Arbeit. Sie erzählen von einem Ort, an dem die Natur das Sagen hat – und warum es unsere Verantwortung ist, solche Orte zu bewahren.

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