Pilze gehören zu den verborgensten und zugleich wichtigsten Lebewesen unserer Wälder. Sie sind weder Pflanze noch Tier und bilden ihr eigenes Reich. Oft übersehen, prägen sie dennoch Landschaften, Böden und das Leben unzähliger anderer Organismen – leise, im Hintergrund und doch unverzichtbar.
Was wir im Wald sehen, ist nur ein kleiner Teil ihres Daseins. Pilze vermehren sich über Sporen, die in riesigen Mengen produziert und über Wind, Wasser oder Tiere verbreitet werden. Diese Sporen sind extrem widerstandsfähig und bilden bei passenden Bedingungen neue, weit verzweigte Geflechte im Boden oder Holz. Als Zersetzer, Symbiosepartner oder Parasiten übernehmen Pilze zentrale Aufgaben im Ökosystem und machen Leben, wie wir es kennen, überhaupt erst möglich.
Mich fasziniert an Pilzen nicht nur ihre ökologische Bedeutung, sondern auch ihre stille Ästhetik. Farben, Formen und Strukturen wirken oft wie kleine Kunstwerke, verborgen am Waldboden oder auf morschem Holz. Wer sich Zeit nimmt und genau hinsieht, entdeckt in ihnen eine Welt, die zeigt, wie viel Schönheit und Bedeutung in den unscheinbarsten Formen des Lebens steckt.

